Wer im 19. Jahrhundert Generalagent der Mobiliar werden wollte, musste einiges bieten. Gefragt waren Erfahrung, Geschäftssinn und ein starkes Netzwerk – echte Multitalente mit Menschenkenntnis.
Die Anforderungen an Generalagentinnen und -agenten der Mobiliar waren schon immer hoch: «Ohne sehr gute Zeugnisse und Referenzen über Zuverlässigkeit, reife Erfahrung, Geschäftstüchtigkeit und Kenntnis beider Sprachen, ist es jedoch durchaus unnütz, sich für diese wichtige, aber auch einträgliche Stelle zu bewerben», heisst es im Stelleninserat im Intelligenzblatt der Stadt Bern vom 25. April 1868. Den Job bekommt der Ingenieur Friedrich Henzi. Ingenieur? Ja, denn erst ab Ende der 1920er Jahre sind erste Generalagenten, damals Haupt- oder Bezirksagenten genannt, hauptberuflich für die Mobiliar tätig.
Die Mobiliar Repräsentanten des 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts haben Mitarbeitende im Innendienst und Lokalagenten an ihrer Seite. Und doch bleibt vieles an ihnen hängen. Schwer vorstellbar, wie sie einen Beruf, die Mobiliar und die Familie unter einen Hut bringen können. Meist bekleiden sie wichtige juristische, kaufmännische, politische oder militärische Funktionen. Ein Zürcher Generalagent ist gleichzeitig noch Schadeninspektor und Dichter. Weit weg vom Thema Versicherungen sind Generalagenten mit Berufen wie Ausläufer, Tierarzt, Pfarrer, Auswanderungsagent, Telegrafist oder Bezirksförster. Auch Lehrer und Handwerker, Posthalter und Wirte finden sich in ihren Reihen.
Was all diese Herren und ihre unterschiedlichen Berufe vereint, ist ihr grosses Netzwerk. Davon profitiert die Mobiliar mit einem stetig wachsenden Kundenbestand. Denn damals wie heute ist das Versicherungsgeschäft vor allem eins: ein «People Business» von Mensch zu Mensch.
(Erstmals publiziert im Apropos 1/2025, dem Magazin für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mobiliar)