Als der Doubs im Januar 1955 über die Ufer tritt, wird das idyllische Saint-Ursanne im Schweizer Jura zur Bühne einer Naturgewalt: Strassen versinken, Keller laufen voll, das Theater bleibt stumm. Die Mobiliar hilft.
Das Jahr 1955 ist noch jung. Schnee liegt im Jura. Es regnet seit Tagen. Regen- und Schmelzwasser lassen den Doubs bedrohlich ansteigen. Am 14. Januar überschwemmt er die Unterstadt des mittelalterlichen Städtchens Saint-Ursanne, an dem er sonst malerisch vorbeifliesst. Die Keller laufen voll, die Strassen werden zu Flussarmen. Fabriken und Verkehr stehen still. Das Theater – der Jugendverein hätte zwei Tage später «Les Misérables» aufgeführt – steht genauso unter Wasser wie das Restaurant Demi-Lune und das Tea-Room. Menschen und Tiere werden evakuiert. Am 16. Januar beginnt der Wasserpegel langsam zu sinken.
Über 3000 Schaulustige aus dem ganzen Jura blockieren den Bahnhof und die Strassen. Die Bevölkerung von Saint-Ursanne hingegen kennt den Doubs und seine Kapriolen. 1928 und 1944 waren die letzten grossen Überschwemmungen – 1990 und 2018 werden die nächsten sein. «Im Januar 2018 hatten wir in Saint-Ursanne ganz ähnliche Bilder wie 1955», sagt Angéline Ruchti, Schadenchefin der Mobiliar Jura. «Bei einem solchen Ereignis sind wir sofort vor Ort und helfen unseren Kundinnen und Kunden.»
Das Thema Wasser beschäftigt die Mobiliar nicht nur dann, wenn sie ihren Versicherten im Schadenfall zur Seite steht. Viele von ihr unterstützte Präventionsprojekte und -massnahmen in allen Regionen der Schweiz zielen darauf ab, Überschwemmungen zu verhindern und Schäden einzugrenzen. Über zwei Millionen Franken fliessen zudem in Schwammstadt-Projekte zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels. Ein Fluss in seinem Bett ist doch allemal besser als auf dem «Menu du jour».
(Erstmals publiziert im Kundenmagazin Mobirama 1/2024)
Vier von fünf Schweizer Gemeinden waren in den vergangenen 40 Jahren von Überschwemmungen betroffen. Unter ueberschwemmungsgedaechtnis.ch finden Sie alte und neue Bilder von Überschwemmungsereignissen aus allen Kantonen punktgenau auf einer interaktiven Schweizer Karte verortet. Damit solche Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten, entsteht dort die schweizweit umfassendste Sammlung von Überschwemmungsbildern, Das Überschwemmungsgedächtnis wird laufend erweitert, auch mithilfe der Bevölkerung. Dazu dient eine Funktion, mit der eigene Fotos hochgeladen werden können.
Hinter der Bilddatenbank steht das Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern, eine 2013 gegründete Forschungsinitiative der Mobiliar und des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung.