Bollywood ruft! In den 80er Jahren werden erste indische Filme in der Schweiz gedreht, danach werden es immer mehr. 1994 kommt die Mobiliar unverhofft zu einer Statistenrolle.
«Dilwale Dulhania Le Jayenge», zu Deutsch «Wer zuerst kommt, kriegt die Braut». So heisst der Film von 1995, aus dem die Szene stammt. Shahrukh Khan als Raj und Kajol als Simran verpassen in Zweisimmen den Zug nach Zürich. Vorne Ärger, hinten ein Plakat der Mobiliar: «MobiJeunes, die Fair-sicherung der jungen Leute». Seit 1992 lief die Kampagne mit der Carte Jeunes Suisse von Euro<26. Die Partnerschaft und die Marke MobiJeunes wurden 2016 eingestellt.
Im Film geht es nicht um Versicherungen. Es geht um zwei Menschen zwischen Tradition und Moderne, arrangierter Ehe und Liebe. Drei Stunden voller Emotionen, Tanzszenen und rasanter Ortswechsel, in denen die Schweiz vor den Toren Londons und Paris bei Interlaken liegt – ein klassisches Erfolgsrezept aus «Bollywood», Mumbais Filmstudios.
Lydia Tritten, Mobiliar Kundin aus Zweisimmen und frühere Inhaberin von TrittenTravel, weiss, wie solche Filme entstehen. Mit ihrem Mann betreute sie ab 1983 indische Filmteams. Sie erinnert sich: «Die Drehs waren chaotisch, es musste schnell gehen.» Die Trittens hatten Organisationstalent, einen Bus, Filmausrüstung und eine fahrbare Küche. «Ohne indische Köche ging gar nichts», erzählt sie. Und über Sharuk Khan, der gern bei Trittens in der Küche sass: «Ein flotter junger Mann, zuvorkommend und zurückhaltend.»
«Dilwale Dulhania Le Jayenge» wurde zu einem der erfolgreichsten indischen Filme aller Zeiten. Seit 1995 bis heute wird er jeden Tag in einem Mumbaier Kino gezeigt. Er machte Shahrukh Khan und Kajol in Indien zu Stars, die Schweiz als Destination beliebt – und verewigte ein Mobiliar Plakat.
(Erstmals publiziert im Apropos 3/2018, dem Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mobiliar)