Die Hauptfigur hinter der Gründung der Mobiliar ist Karl Anton von Lerber. Er ist ohne Lohn ihr erster Präsident, stellt Startkapital zur Verfügung – und quartiert sie sogar bei sich ein. Wer fast 200 Jahre später in dem Haus wohnt und arbeitet, erzählt das Kundenmagazin Mobirama im Herbst 2019.
Wer eine Firma gründet, weiss, woran es zu Beginn am meisten mangelt: Geld. Vor diesem Problem steht auch Karl Anton von Lerber, als im Februar 1826 die Mobiliar Versicherung aus der Taufe gehoben wird. Von Lerber ist bei der Gründung die treibende Kraft. Er wird Präsident, der erste CEO. Um Kosten zu sparen, stellt er der jungen Genossenschaft Raum in seinem Wohnhaus zur Verfügung – über Frau Lerbers Reaktion ist nichts bekannt. Im Homeoffice an der Gerechtigkeitsgasse 93 in Bern baut die Mobiliar ihr Geschäft auf.
In der denkmalgeschützten Altstadt blieb von Lerbers Haus fast unverändert. Heute trägt es die Nummer 58. Im dritten Stock wohnt seit bald 25 Jahren die Mobiliar Kundin Maria von Tavel. Sie ist 81 Jahre alt und freut sich, als sie von dem früheren Hausbewohner erfährt. Ihre Wohnung, in der noch die alten Kachelöfen stehen, ist geräumig. Maria von Tavel ist überzeugt: «Hier hatte von Lerber mehr als genug Platz für Wohnen und Büro». Auch den aktuellen Hauptsitz der Mobiliar kennt sie gut. Sie besucht regelmässig die Kunstausstellungen an der Bundesgasse 35.
Das Geschäft im Parterre ist ebenfalls bei der Mobiliar versichert. Dewa Lobsang, 33, führt dort seit fünf Jahren den «Bazaar 58». Hinten im Atelier entstehen die Kleider und Taschen, die vorne im Laden neben Knöpfen, Schmuck, Wohnaccessoires, Postern und Karten verkauft werden. «Es ist wunderschön, hier zu arbeiten», sagt Dewa Lobsang. «Es zieht zwar durch alle Ritzen, aber ich könnte mir kein besseres und charmanteres Ladenlokal wünschen.» Ist Homeoffice ein Thema für sie? Bei Selbständigen mische sich Berufliches und Privates automatisch, sagt sie. Manchmal sogar bei einer Versicherung.
Karl Anton von Lerber im Historischen Lexikon der Schweiz
(Erstmal erschienen im Kundenmagazin Mobirama 2/2019)