Medaillensegen

1828: «Dem Verdienst um die Anstalt» – für gelöschte Brände, Betrugsaufdeckung oder ausserordentliche Mitarbeit werden Medaillen verteilt.

Sie bekommen die ersten Medaillen aus Silber: Gerichtsschreiber Staffelbach, Versicherungsagent in Dagmersellen, entlarvt 1828/1829 einen Brandstifter, als die Versicherung bereits die Hälfte des Schadens bezahlt hat. Und Rudolf Ryser, Fadenmacher im Emmental, löscht 1829 mutig ein Feuer in seinem Haus. Solche Verdienste gehören aus Sicht der jungen Genossenschaft gewürdigt.

Auch drei Frauen ausgezeichnet

In den folgenden Jahrzehnten werden weitere 195 Silbermedaillen verliehen: Pfarrer, Ärzte, Feuerwehrkommandanten, Handwerkermeister und Handelsherren werden ausgezeichnet; 36 Agenten, 15 Verwaltungsmitglieder und als eine von drei Frauen 1833 eine Kindermagd.

Auch vier goldene Medaillen verleiht die Mobiliar. So etwa 1843 an Karl Bitzius, Mitglied der Verwaltungskommission, für die «logische Anordnung» der neuen Statuten, wie das Widmungsschreiben festhält. Statt der Medaillen geht die Mobiliar später dazu über, Geldbeträge als Belohnungen zu vergeben. 1906 wird die Verdienstmedaille zum letzten Mal verliehen.

Eine Rarität

Im Mobiliar Archiv sind Verdienstmedaillen erhalten. Auch das Historische Museum Bern besitzt in seiner 80'000 Münzen und Medaillen umfassenden Sammlung zwei silberne und eine aus Gold. Eine Rarität, sagt Daniel Schmutz, Kurator für Numismatik und Staatsaltertümer, gegenüber dem Mitarbeitermagazin Apropos im Sommer 2017. Solche Medaillen wurden in der Regel von staatlichen Instanzen für besondere Verdienste geprägt. Ihm sei ausser der Mobiliar kein Fall bekannt, in der ein Privatunternehmen dies tat.

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