Mechanisieren, zentralisieren, beschleunigen

Die elektronische Datenverarbeitung kommt und es wird für die Mobiliar teuer, richtig teuer. Aber an der Technologie der Zukunft führt kein Weg vorbei. Albert Lauper, ehemaliger CEO und VRP, war dabei.

«Ein aus Millionen von Einzelteilen zusammengefügtes Wunderwerk der Technik»: Das steht im Geschäftsbericht der Mobiliar von 1967 über die neu in Betrieb genommene elektronische Datenverarbeitungsanlage IBM 360/40. Sie kostete 4,7 Mio. Franken und nutzte neben Lochkarten auch Magnetbänder, -streifen und -platten als Speichermedien. Der Grossrechner ersetzte die Lochkartenanlage, die 1948 angeschafft worden war.

1967 war auch das Jahr, in dem Albert Lauper zur Mobiliar stiess. Später sollte er ihr CEO und Verwaltungsratspräsident werden. Damals betreute er die Westschweizer Generalagenturen. Die Technik auf seinem Schreibtisch: ein Telefon, eine Rechen- und eine Schreibmaschine. Doch er hatte das Privileg, die IBM 360/40 zu sehen, die im Untergeschoss des früheren Direktionsgebäudes an der Schwanengasse stand. Nur zwei Orte seien nicht für alle zugänglich gewesen: die Kasse und der EDV-Raum, erinnert er sich.

Gemischte Gefühle

Von der technischen Umstellung waren vor allem die Generalagenturen betroffen. Weil die Policen nun zentral erstellt wurden, veränderten sich vor Ort die Prozesse. Aufgaben fielen weg. Gleichzeitig kamen neue hinzu, weil die Mobiliar ihr Angebot erweiterte und der Bestand wuchs. Wie war die Stimmung? «Schon damals begegneten die einen den Veränderungen enthusiastisch, die anderen kritisch», sagt Albert Lauper. Er selbst hatte später den ersten PC der Mobiliar im Büro stehen.

Künstliche Intelligenz wertet er nicht als revolutionär, sondern als Weiterentwicklung mit all ihren Vor- und Nachteilen. «Ich hoffe, dass die Mobiliar als persönlichste Versicherung weiterhin auch auf emotionale Intelligenz setzt», sagt er. Denn im Schadenfall brauche es zuallererst Empathie. «Das hat mir 1967 der erfahrene Prokurist im Wasserschaden mitgegeben, und ich habe es nie vergessen.»

(Erstmals publiziert im Apropos 3/2023, dem Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mobiliar. Albert Lauper trat 2011 als Verwaltungsratspräsident zurück nach fast 45 Jahren ununterbrochener Tätigkeit für die Mobiliar.)

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