Besteck, bestickte Tischtücher, Bettwäsche und mehr: Versicherungen schützen das, was den Menschen lieb und teuer ist. Dazu gehörte die Aussteuer der Frau.
Das Jahr 1949: Gründung der DDR, Rosinenbomber über Berlin. Mao ruft die Volksrepublik China aus und Zürich nimmt die erste Verkehrsampel in Betrieb. Im Radio schmettern Schlager und frühe Vorboten des Rock’n’Rolls. Die Kinosäle sind voll. «Der dritte Mann» wird gespielt. Schwarz-weiss.
Gelb auf schwarz wirbt im Kino die Mobiliar. Was mag ihnen durch den Kopf gegangen sein, den ledigen Frauen im samtenen Kinostuhl? Die Stunden und wunden Finger, die sie der Schatz in der Truhe gekostet hat? Was noch fehlte? Oder wurden im dunklen Saal Ehekandidaten besprochen, getuschelt und gelacht?
Das Kinodia aus dem Werbearchiv zeigt: Die Aussteuer – die Ausstattung für den zukünftigen Haushalt, die eine Frau in die Ehe mitbrachte – war 1949 eine versicherungswürdige Wertsache. Gesellschaft und Geschlechterrollen wandelten sich seither fundamental und mit ihnen Produkte und Werbung der Mobiliar. Aussteuer? Längst Geschichte. Werbung gelb auf schwarz? Nur noch ein Thema für Young-Boys-Fans.
(Erstmals publiziert im Apropos 3/2015, dem Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter)