Fehlgriff

1953: Die Mobiliar geht bei der American Liberty Insurance Company in Alabama die erste Auslandbeteiligung ein – und scheitert grandios.

Am Anfang sieht alles gut aus. Die American Liberty Insurance wächst so stark wie kein Mitbewerber in den USA. Argumente, um zuzugreifen, gibt es für die Mobiliar viele: attraktive Zinsen, geografische Verteilung der Kapitalanlagen in der angespannten Nachkriegszeit, Geschäftserweiterung, Stärkung für die aktive Rückversicherung.

Das Aktienkapital der American Liberty Insurance teilt sich die Mobiliar zuerst mit zwei, dann mit drei Schweizer Versicherungen – doch es ziehen Wolken auf. Der US-Versicherungsmarkt gerät in die Krise, und der Direktor vor Ort zweigt, lange unentdeckt, Gelder für seine Jagdhütte ab. 1964 droht der amerikanischen Firma das Aus, was knapp abgewendet wird. 1968 gelingt es der Mobiliar, ihre Anteile an eine Versicherungsgruppe in den USA zu verkaufen. Doch der Verlust ist gross: 10 Millionen Franken sind weg.

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