Lochkarten, zentrale, dann dezentrale Rechner: Die Technikentwicklung verändert und beschleunigt Arbeitsprozesse und Kommunikation. Eine kurze Geschichte von zwei Pionieren.
Sommer 1986. Markus Stucki, der einzige Personal-Computer-Spezialist der Mobiliar, vertraut Thomas Brunner von der Generalagentur Liestal einen PC an. Es ist eines der ersten Geräte, das auf einer Generalagentur zum Einsatz kommt: der IBM PC-XT 5160 mit 5 ¼’’ Disketten-Laufwerk und 10 Megabyte Harddisk, Kostenpunkt rund 12'300 Franken. Nur knapp passen Computer und Bildschirm in den Kofferraum von Thomas Brunners Auto.
Ab 1984 beginnt in der Mobiliar die individuelle, dezentrale Datenverarbeitung. Erste Generalagenturen wie die Generalagentur Freiamt springen früh auf. Thomas Brunner, heute Leiter Infrastruktur im Facility Management am Hauptsitz in Bern, erinnert sich: «Wir mussten zuerst herausfinden, wofür wir das Gerät einsetzen können.» Er und Markus Stucki entwickeln die ersten Policenvorlagen für den PC. Drei Jahre später rüsten sie gemeinsam mit dem Team «Büroautomation» alle Büroarbeitsplätze der Generalagenturen mit Computern aus.
Doch die neue Technik birgt Risiken: Hacker und Viren. Vor ihnen warnt Markus Stucki schon 1989 im Mitarbeitermagazin und mahnt: keine Computerspiele oder private Software, Daten sichern, einen Verantwortlichen pro PC bestimmen und Letzteren mit Passwort oder Tastatursperre vor fremdem Zugriff schützen.
Markus Stucki bleibt einer der vielen Fachleute für Cybersicherheit bei der Mobiliar. Er stellt 2021 fest: «Früher konnten Computerviren durch Antivirenprogramme rasch erkannt und unschädlich gemacht werden. Heute sind Cyberattacken technisch viel komplexer.» Es brauche verschiedene, aufeinander abgestimmte Sicherheitsmassnahmen, um das Risiko für Cyberangriffe auf ein akzeptables Niveau zu senken. Zum Glück sind seit den ersten PCs nicht nur die Hacker professioneller geworden, sondern auch der Cyberschutz.
(Erstmals publiziert im Mobirama 1/2021, dem Kundenmagazin der Mobiliar; Markus Stucki wurde Ende 2022 nach 40 Dienstjahren pensioniert.)