Aktiengenossenschaft

1826: Wie kalkuliert man richtig, wenn man kaum Kapital und noch keine Risikoanalysen hat und gänzlich unerfahren ist beim Tarifieren?

Die Gründer der Mobiliar schrecken nicht vor den Hürden zurück. Um auch bei besonders vielen Schäden die Not zu lindern, ohne als Gesellschaft finanziell zu scheitern, setzen sie auf Solidarität. Ein Mittel der Geldbeschaffung: Aktien – ausgerechnet!

Das macht die Genossenschaft aber nicht zur Aktiengesellschaft, denn die Aktien sind keine Anteils-, sondern Bürgschaftsscheine. Ein Jahr nach der Gründung sind es 660, bis 1861 steigt die Zahl auf das Dreifache. Das Garantiekapital liegt somit bei über 600 000 Franken.

Nie eingelöst, dann aufgelöst

Nach dem Brand von Glarus 1861 wird die Bürgschaft fällig, doch die Zeit reicht nicht, um das Geld einzufordern, und die Mobiliar fürchtet den schlechten Eindruck. Schneller geht es, Kredite aufzunehmen – den grössten beim Kanton Bern.

Da kurz darauf die ersten Rückversicherungen entstehen, wird der «Hülfs- und Garantie-Fonds» mit den Aktien 1867 aufgelöst, ohne dass er je eingesetzt wurde.

Mehr zum Thema