54'400 herzliche Grüsse

Lange vor Paninibildchen und Pokémonkarten sammelten Leute beispielsweise Postkarten mit interessanten oder besonders schönen Sujets. So wie das Foto vom neuen Hauptsitz der Mobiliar in Bern.

«Geehrter Herr! Besten Dank für Ihre netten Karten & für die Adresse», schreibt Martha Hanslin am 8. November 1899 an Adolf Feller. Die beiden verbindet ein gemeinsames Hobby: das Postkartensammeln. Martha kritzelt eine Bemerkung neben das Bild: «Dies ist ein neues Gebäude an der Bundesgasse». Das Foto zeigt das Ende 1898 fertig gestellte, frühere Verwaltungsgebäude der Mobiliar in Bern.

Vom Vater zur Tochter zur Enkelin

Die Postkarte aus der Berner Heimat erreicht Adolf Feller in Leicester, England, wo er Kaufmann lernt. Später wird er Unternehmer und mit Elektrotechnik erfolgreich. Nach seinem Tod 1931 führt seine Tochter Elisabeth Firma und Sammlung weiter. Über 54'000 Ansichtskarten aus über 140 Ländern sind es, die Fellers Enkelin, Susanna Züst, 2008 dem Bildarchiv der ETH Zürich schenkt.

Ein grosses Geschenk

Dort wird der Bilderschatz digitalisiert und ins Netz gestellt. «Open Data» heisst das Prinzip des offenen, digitalen Archivschranks, an dem sich das Bildarchiv der ETH orientiert. So sind Fellers Postkarten und viele andere Fotos heute auf https://ba.e-pics.ethz.ch für Forschung und Öffentlichkeit frei zugänglich. Die Nutzerinnen und Nutzer geben dem Archiv auch etwas zurück: Wissen über die Fotosujets, das in Crowdsourcing-Projekten gesammelt wird. Die Digitalisierung macht’s möglich.

Liebe Martha, deine Postkarte hat nun wieder die Mobiliar erreicht. Herzlichen Dank für den schönen Gruss aus der Vergangenheit.

(Erstmals publiziert im Apropos 1/2018, dem Magazin für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mobiliar)

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